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Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

Medienarchäologischer Fundus

Der Medienarchäologische Fundus befindet sich im Souterrain des Gebäudes des Fachbereichs Musikwissenschaft Am Kupfergraben 5.

Kuratorin: Ines Liszko

Der Medienarchäologische Fundus ist eine Sammlung medienwissenschaftlich relevanter Artefakte aus verschiedenen Generationen elektrotechnischer und mechanischer Entwicklungen. Die Aufgabe des Medienarchäologischen Fundus besteht darin, das moderne Wissen um Technologie und Medium und seine epistemologischen Verwebungen über eine reine Technikgeschichte hinaus zu übersetzen und es sowohl für die Forschung, als auch für die Lehre operativ zugänglich zu machen.

Interessenten sind somit dazu eingeladen sich mit den verschiedenen Objekten eingängig zu beschäftigen.

Besichtigungen erfolgen zu den Öffnungszeiten (Mi 16.00–17.00 Uhr, Do 17.00–18.00 Uhr, in der vorlesungsfreien Zeit ausschließlich nach Vereinbarung) oder nach Vereinbarung.

Die Sammlung wird betreut von Prof. Dr. Wolfgang Ernst.


Weitere Fotos aus dem Medienarchäologischen Fundus

Im Wiki des Medienarchäologischen Fundus können die vorhandenen Artefakte recherchiert, aber auch beschrieben und kommentiert werden.

 

 

Das Credo des Medienarchäologischen Fundus (MAF) der Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin
… in aller Kürze

    •    Der MAF versteht sich als akademische Institution, denn zur Tradition universitärer Fächer und Seminare gehört seit Langem die Einrichtung eines sogenannten Apparats als Lehr- und Forschungssammlung.

    •    Im MAF werden die technologischen Dinge systematisch verortet, um eine Grundlage für medientheoretischen und -archäologischen Erkenntniswert zu fördern. Der Lehrstuhl für Medientheorien bietet regelmäßig objektorientierte Seminare unter Titeln wie „Mediengeschichte im Direktkontakt“ sowie propädeutische technologische Übungen im MAF und im Signallabor an.

    •    Im MAF versammeln sich antike Technologien aus der Vorgeschichte der Medienkultur. Anhand ihrer grundlegenden Funktionen und Haptik soll gezeigt werden, wo die Wurzeln moderner technologischer und digitalisierter Elektronik liegen.

    •    Die Untersuchung der Materialität von Medienobjekten verhilft in Forschung und Lehre komplexe Ontogenesen auf deren real physikalischen Boden zu erden. Somit ist der MAF ein wichtiges Organ zum Selbstverständnis exakter moderner Medientheorien, Virtual Realities und Epistemologien geworden.

    •    Die Ergebnisse der studentischen Forschungsarbeiten werden in einem online-Wiki des MAF rückgekoppelt. Dabei wird darauf geachtet die Objekte auch im Vollzug zu repräsentieren, um die breite Öffentlichkeit an den operativen Aspekten der Medientheorie teilnehmen zu lassen - etwa in Form von Videoaufzeichnung, symbolisch algorithmisierter Umsetzung von Schaltplänen, oder Sonifikation.

    •    Der MAF als konkrete Dingversammlung ist seinerseits Teil einer konzeptionellen Trias, mit der die hiesige Medienwissenschaft über die sonst übliche Ausstattung von Fächern an der Philosophischen Fakultät (Vorlesungssäle, Seminarräume, Mitarbeiterbüros) hinausgeht; tatsächlich wird er flankiert vom sogenannten Medientheater und dem Signallabor.

    •    Die Trias der hiesigen Medientheorie bildet eine Synthese. Aus dieser hervorgehend, werden Forschungsarbeiten im Medientheater entweder experimentell weitergeführt, oder präsentiert. Der operative Vollzug auf der Bühne vereint die Techné mit der Akademia. Nebenbei findet im Medientheater ein breiter Austausch zwischen Künstlern, Wissenschaftlern und Studierenden statt.

    •    Die Synthese aus MAF und Signallabor treibt strukturell und programmatisch die evolutionäre Genealogie der technischen Entwicklungen in die Gegenwart fort -von mechanischen, elektrotechnischen und hochelektronischen Medien zum symbolverarbeitenden Medium par excellence, dem Computer. Der aktuelle Diskurs um einen Zusammenbruch historisierender Vergangenheitsmodelle führt somit zu einer Ablehnung nostalgischer Versuchung (wie sie in den Designs der Objekte des MAF verkörpert wird), zugunsten exakter und stichhaltiger Forschungsarbeit. Das Signallabor liefert hier nicht nur einen ergänzenden Beitrag, sondern verhilft zur Aneignung wichtiger Medienkompetenz an analogen Computern, sowie an frühen Einplatinen-Rechnern hinsichtlich der basalen Hardware-/Software-Schnittstellen (respektive Signal-Symbol-Übergang).

    •    Im Unterschied zu historischen Sammlungen (etwa im Deutschen Technikmuseum Berlin) bedarf der MAF nicht primär der konservatorischen, sondern der wissenschaftlich-operativen Betreuung, um den Studierenden in Lehre und Forschung anhand technologischer Dinge deren medienwissenschaftlichen Erkenntniswert anleitend zu erschließen. Dies wird von qualifizierten NachwuchswissenschaftlerInnen (Master-Niveau oder auch postgraduiert) geleistet werden.
 

 

conTEXT:

An Interview with Wolfgang Ernst: Archives, Materiality and the "Agency of the Machine".

Wolfgang Ernst: Arsenals of Memory. The Archi(ve)texture of the Museums.